…an die Firma Hetterich Feldversuche, an Herrn Andreas Hetterich

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Hetterich,

die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen ist, wie Ihnen sicherlich bekannt ist, nach wie vor mit unüberschaubaren Konsequenzen für Mensch und Umwelt verbunden. Dies gilt auch und gerade für jene Pflanzen, für die Sie aktuell eine Freisetzungsgenehmigung auf dem Düllstädter Acker besitzen. Die Maissorten der Firma Monsanto, die sie ausbringen wollen, produzieren entweder selbst Insektengifte oder sind resistent gegen den Einsatz von Herbiziden. Dabei ist die umweltschädigende Wirkung von MON810, den Sie freisetzen, inzwischen selbst durch das Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigt und der gewerbliche Anbau dieses Gen-Maises folgerichtig verboten worden. Auch die von Ihnen eingesetzte Maissorte NK603 steht in Verdacht, auf Säugetiere giftig zu wirken, während Herbizidresistenzen oftmals zu einem gesteigerten Spritzmitteleinsatz führen. Für die Umwelt macht es prinzipiell keinen Unterschied, ob eine Pflanze zu Versuchszwecken oder kommerziell auf dem Acker steht. Die Pollen sind in beiden Fällen nicht rückhol- oder eingrenzbar.

Gentechnisch veränderte Pflanzen bringen dem Großteil der Gesellschaft keinen Nutzen, was selbst GentechnikbefürworterInnen inzwischen zugeben. Von dort aus werden immer plattere Tatsachenverdrehungen verbreitet, wie zum Beispiel, dass die Gentechnik helfe, hungernde Menschen zu ernähren oder den Klimawandel zu bekämpfen. Zuende durchdachte Argumente für die Agro-Gentechnik fehlen jedoch – abgesehen von dem Profit, den sie ein paar wenigen Menschen bringt. Nicht nur für diejenigen, die sie zu sich nehmen, sind gentechnisch veränderte Pflanzen potenzielles Gift, sondern auch für diejenigen, die sie anbauen, direkt oder indirekt damit in Berührung kommen, oder auch nur mit den betroffenen Wirtschaftskreisläufen in Berührung kommen. Ob durch Herbizidresistenzen oder mit biologischen Pestizidfabriken, die Gentechnikindustrie legt es darauf an, den Wettbewerb im Agrarsektor weiter anzuheizen. Das geschieht auf Kosten der unabhängigen bäuerlichen Landwirtschaft, des ländlichen Raumes und der Umwelt, sowohl in Franken als auch im Rest der Welt.

Die Besetzung ihres Ackers will Sie nicht persönlich angreifen. Wir wollen verhindern, dass die Gentechnik weiter verbreitet wird, weil die Folgen untragbar sind und nicht mit Geld ausgeglichen werden könnten.

Wir fordern Sie daher auf, sofort und in Zukunft die Freisetzung Gentechnisch veränderter Organismen zu unterlassen!

Mit freundlichen Grüßen,

Bewohner- und BefürworterInnen der Düllstädter Genfeldsiedlung